21307202_460x337.jpg

Vortrag

Sie befinden sich hier:

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Regitz-Zarosek im Deutsch-italienischen Zentrum für europäische Exzellenz, Villa Vigoni

Trotz – oder gerade wegen – einer von der Nordspitze des Vereinigten Königreichs bis zur Südspitze Italiens derzeit zu verspürenden Katastrophenstimmung in Sachen „Europa“, richtete sich auf dem jährlich in der Villa Vigoni stattfindendem „Vigoni Forum“ in Norditalien vom 4. bis 6. Juli 2019 der Fokus auf das Thema „Nachhaltigkeit, Kreativität, Entwicklung als politische, kulturelle und philosophische Herausforderungen“. (D. Reichardt, https://www.kultur-port.de/index.php/kolumne/meinung/15771-europas-krisen-2019-migration-brexit-neue-weltordnung.html?jjj=1562918676961)
Zwölf Experten berieten und diskutierten dieses Jahr am Deutsch-Italienischen Zentrum für europäische Exzellenz unter der Ägide der gerade neu gewählten Generalsekretärin der Villa Vigoni Dr. Christiane Liermann Traniello vor (und mit) dreißig geladenen Mitgliedern des Zentrums darüber, welche Werte unser „aufgeklärtes“ Europa auf der Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten und als EU-Körper mit dem Rest der Welt verbinden. auf Deutsch und Italienisch mit Simultanübersetzung abgehaltene Konferenz gab ein wenngleich ausschnitthaftes, so doch recht klares Bild davon ab, welche Führungsrollen und -aufgaben die beiden EU-Gründungsstaaten Deutschland und Italien in diesem Rahmen übernehmen können.

Unter Politischen und Philosophischen Themen fand sich sich diesmal auch eine Stellungnahme aus der Humanmedizin, von der Internistin und Kardiologin der Berliner Charité, und Leiterin des „Berlin Institute for Gender in Medicine“, Vera Regitz-Zagrosek. Es ging um die Partizipation der Frauen als Patientinnen und Ärztinnen als eine Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung.

Wem ist im hochindustrialisierten Deutschland oder überhaupt im fortschrittlichen Westen schon bewusst, dass Frauen und Männer nicht gleichberechtigt in das Gesundheitswesen und die Medizin eingebunden sind, Herzinfarkte etwa eine geschlechtsspezifische, den meisten Internisten kaum geläufige Symptomatik aufweisen, oder dass Frauen an mehr Nebenwirkungen von Medikamenten leiden als Männer, die Nebenwirkungen von Medikamenten aber nur in gut jedem zehnten Fall bei Frauen und Männern getrennt analysiert werden und die Forschung erst seit kurzem – und das auch nur in den USA – deren gleichberechtigte Analyse vorschreibt? Und dass in DE Frauen nur weniger als 5 % der Leitungspositionen in der universitären Medizin erreichen, obwohl seit 25 Jahren Frauen die Mehrzahl der Medizinstudierenden stellen. Das ist in anderen Europäischen Ländern nicht anders. Es ist erstaunlich, wie wenig diese Probleme bis jetzt in der europäischen Politik angekommen sind.  Eine jetzt von der EU geförderte interdisziplinäre Gender Academy soll mit Europaweiten Fortbildungen versuchen, diesen Zustand zu bessern.

Für mehr Informationen zur Villa Vigoni, klicken Sie hier.

zurück zu den aktuellen Nachrichten